Beizenporträt: Le Kartoon


Die Macher von Le Kartoon mit einem Modell ihrer Beiz

Ein ausgebauter, alter Keller, grosse Bögen, weisse Wände und ein karierter Tisch. Auf dem Tisch ein Modell aus Pappe, Holz und Papier. Mit Fantasie ist eine Beiz zu erkennen. Um den Tisch sitzt eine Herrenrunde, einige Bierdosen stehen vor ihnen, einer der Männer beisst in einen Apfel. Ausgelassene Stimmung, die Männer reden durcheinander, feixen rum, lachen. Ein Besuch bei den Machern von LeKartoon.

 

 

 

Wer seid ihr und woher kennt ihr euch? Stellt Euch doch mal vor!

Andrés Höchli: Die meisten von uns sind alte Freunde von der Pfadi Hochwacht in Baden. Dazu sind wir alle in der Region Baden aufgewachsen, kennen uns also bestimmt schon 25, 30 Jahre. Während des Studiums waren viele von uns ausgeflogen; mittlerweile sind aber alle wieder in die Region zurückgekehrt.

Damian Sailer: Wir haben das Glück, dass in unserem Team alle Berufsfelder vertreten sind: Architekt, Grafiker, Journalist, Ökonom, Ingenieur, Pilot, Rechtsanwalt und Koch.

Georg Gindely: Nur ein Arzt fehlt uns, aber den werden wir hoffentlich auch nicht brauchen (alle lachen).

Was ist das Besondere an eurer Beiz?

Georg Gindely: Unsere Beiz heisst LeKartoon. Der Name verrät es schon fast: die Festwirtschaft wird aus Karton gebaut. Beim Karton haben wir uns vom japanischen Architekten Shigeru Ban inspirieren lassen. Er hat unter anderem das Centre Pompidou in Metz oder das Tamedia-Gebäude in Zürich entworfen und nutzt für viele seiner Projekte auch Karton. Abgesehen vom Boden und Dach wollen wir alles mit Kartonröhren bauen. Erstaunlicherweise hält Karton eine Menge aus und wir kriegen ihn sogar wasserfest. Dafür werden wir in den nächsten Wochen und Monaten ausgediente Kartonrollen sammeln. Bei der Druckerei der Tamedia in Zürich haben wir bereits die ersten 100 Röhren holen können.

Claudio Arnold: Das «Le» in unserem Namen ist eine Reminiszenz an Frankreich. Wir sind totale Frankreich-Fans. Philipps Frau ist sogar Französin! Das Pétanque-Spiel liegt uns am Herzen, das Akkordeonspielen, französische Chansons, Savoir-Vivre.

Matthias Meuwly: Bistro, Pastis, Laisser Faire. Der Fluss hat uns inspiriert. Wir sind ja direkt am Fluss. Dazu mögen wir die französische Küche. So werden wir auch kulinarisch darauf achten, dass wir typisch Französisches anbieten.

Markus Fueter: Das Wortspiel mit Karton/Cartoon, also Zeichentrickfilm, das sind für uns Erinnerungen aus den 80ern, als wir aufgewachsen sind. Thematisch wird es sicherlich auch um diese Zeit gehen!

Was bedeutet die Badenfahrt für euch?

Claudio Arnold: Besonders in Erinnerung geblieben ist uns die Badenfahrt 1997, also vor genau 20 Jahren. Dort hat ein Grossteil von uns die Bar Cosa Nostra beim heutigen Triebguet betrieben, einige waren Mitglieder der Pnöö Bar auf dem Theaterplatz.

Armand Brand: Immer, wenn wir uns sehen, schwärmen wir davon, wieder bei einer Badenfahrt mit einem eigenen Stand mitzumachen. Und diesmal tun wir es.

Markus Fueter: LeKartoon war zuerst eine typische Schnapsidee. Wir haben spasseshalber angefangen, darüber zu reden, uns dann früh angemeldet und jetzt stehen wir kurz vorm Bau.

Andrés Höchli: Zugegeben, vor 20 Jahren war es einfacher. Da habe ich mich bei der Mutter abgemeldet und war dann den ganzen Tag weg, an der Badenfahrt. Heute ist das komplizierter, es stellen sich ganz andere Fragen: Wer hütet die Kinder? Wann bauen wir die Beiz auf? Wie bekommen wir so lange frei von der Arbeit?

Armand Brand: 1997 haben wir nur gearbeitet. Von der Badenfahrt selbst, also von den Attraktionen und Konzerten, haben wir damals nicht viel mitbekommen. Trotzdem war das eine tolle Zeit!

Georg Gindely: Und vor zehn Jahren, 2007, waren die meisten von uns auch dabei. Damals aber auf der anderen, der Besucherseite. Je nachdem, auf welcher Seite der Badenfahrt man steht, erlebt man sie ja völlig unterschiedlich.

Claudio Arnold: Also, 2007 war schon cool, aber nicht zu vergleichen mit 1997. 1997 war der Hammer!

Was ist VERSUS an eurer Beiz?

Georg Gindely: Wir sehen uns als Verein, der die Gegensätze in sich vereint. Wir finden die Idee spannend, einem eigentlich ungenutzten, etwas abseitigen Ort Leben einzuhauchen. Der Ort ist am Rand, eine gute Ecke, wo sich ein etwas anderes Publikum einfindet.

Claudio Arnold: Auch in der Architektur vereinen wir die Gegensätze. Unser Karton-Konzept ist puristisch und sehr modern. Dies möchten wir mit der wunderschönen Natur und dem romantischen Fluss, der direkt neben dem LeKartoon fliesst, verbinden.

Markus Fueter: Es gibt so viele Gegensatzpaare bei uns. Auf der einen Seite haben wir den attraktiven Fluss als Ruhepol und Erholungsort. Auf der anderen Seite das laute Treiben, die Konzerte und Partys. Und dazwischen – Wir.

Damian Sailer: Bei der Badenfahrt 1997 waren wir alle noch sehr jung. Heute haben viele von uns selbst Kinder. Wir möchten deshalb ein Programm machen, das auch für sie spannende Inhalte bringt. Wir sind eine Beiz für Jung und Alt. Auf diese Art geben wir natürlich auch diese wunderbare Tradition der Badenfahrt an die nächste Generation weiter. Jung versus alt, quasi.

Warum sollte man eure Beiz besuchen?

Claudio Arnold: Allein schon der Bau unserer Beiz ist einen Besuch wert. Die Papparchitektur ist innovativ, noch nie dagewesen.

Matthias Meuwly: Bei uns trifft man alte Bekannte wieder und teilt gute Momente miteinander.

Markus Fueter: LeKartoon ist eine Anlaufstelle für alle, ein Treffpunkt. Für Jung und Alt, nachts und mittags. Immer.

Andrés Höchli: Man kann bei uns Pétanque spielen und für die Kleinen wird es natürlich auch etwas geben. Wir werden Abende mit Italo-Disco und 80s-Hits organisieren. Also wirklich für jeden ist etwas dabei.

Georg Gindely: Du kannst hier aber auch nur dein Bier kaufen und dann wieder die grossen Bühnen unsicher machen. Unsere Verkaufsbereiche sind nach allen Seiten offen.

Armand Brand: Wir sind nicht kommerziell getrieben. Bei unserer Beiz muss nicht alles überperfekt sein, es soll lieber Herz haben!

Meine Herren, wir danken für das Gespräch!

Ein Blick auf das Modell der Beiz verrät’s: Damit diese Beiz zur Badenfahrt am 18. August parat ist, müssen die Herrschaften noch einiges tun. In ihrem Modell stellen Holzdübel die Kartonrollen dar, aus denen bald die gesamte Festwirtschaft entstehen soll. Kleine Playmobil-Figuren stehen zwischen der Miniatur-Holzkonstruktion – sie tanzen und kaufen sich etwas zu trinken. Man muss schon ein bisschen Fantasie haben, um sich die Beiz dieser acht Enthusiasten vorstellen zu können. Bald beginnen die Arbeiten. Dann wird’s ernst. Nach eigenen Aussagen brauchen die Männer ein bisschen Druck, um produktiv zu werden und die Arbeit anzupacken. Vielleicht hilft ihnen ja diese Nummer: 149. Das ist die Anzahl der Tage bis zur Badenfahrt. Wir freuen uns schon auf diese lustige Runde und ihre kreative Karton-Beiz. Vive LeKartoon!

Natürlich halten wir euch auf dem Laufenden, wie die Herren mit ihrer Beiz vorankommen. Bald gibt’s dann auch Bilder, die den Fortschritt der Arbeit an LeKartoon dokumentieren werden. Und natürlich sagen wir euch Bescheid, wenn das Festprogramm des LeKartoon steht! Freut euch darauf!

 

Steckbrief

Name: LeKartoon
Besonderheit: Beiz aus Karton mit französischem Flair
Masse/Fläche: 84 m²
Lage: An der Limmat beim Tränenbrünneli
Programm: Wird noch bekanntgegeben
Link: http://www.facebook.com/lekartoon

 

Zu Besuch bei den Herren von Le Kartoon
Die Macher von Le Kartoon mit einem Modell ihrer Beiz
Modell der Festwirtschaft Le Kartoon
Letzte Vorbereitungen bevor der Bau von Le Kartoon beginnt

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