Vorfreude auf die professionellen Quatschköpfe


Vorfreude auf die professionellen Quatschköpfe

Auf dem Festareal der diesjährigen Badenfahrt gibt es unmittelbar bei der Holzbrücke eine Wettinger Enklave. Sie nennt sich «Little Wettige» und wird während den Festivitäten von der Klamaukgruppe Chropfchrötte besetzt, die mit einem Theaterspektakel für Aufsehen sorgen wird.

«Jeder Wettinger, der an die Badenfahrt spaziert, kommt an uns vorbei», freut sich der Marketingverantwortliche Jürg Koller über den strategisch klug ausgewählten Spielort. Am Stadtfest vor fünf Jahren und an der letzten Badenfahrt 2007 war man noch im Chriesiareal am Hahnrainweg aufgetreten. Die Gruppe besteht aus 30 Personen zwischen 20 und 70 Jahren und wurde aus sieben Familien rekrutiert – eine Schauspielausbildung hat keiner.

Aber auch ohne professionelle Ausbildung sind die Chropfchrötte voller Leidenschaft dabei. «Unser grosses Plus ist das Herzblut, das spürt man», sagt Beni Schmocker. Der 59-jährige Betriebswirt aus Oberrohrdorf fungiert als Regisseur und ist mit seinen Darstellern mehr als zufrieden «Wir haben das Glück, dass unsere Kinder etwas mit ihren Eltern machen wollen und sich nicht für sie schämen. In der Ideenküche haben die Jungen sogar den Lead. Unglaublich, wie sie harmonieren, wie kreativ und handwerklich begabt sie sind. Ich würde mit ihnen sofort auf Tournee gehen!»

Vor über 25 Jahren als Fasnachtsgruppe angetreten, nahmen die Chropfchrötte bis zur Jahrtausendwende als Schnitzelbank-Clique am närrischen Treiben in der Region Baden teil. Danach war Schluss. 2007 kam dann der Einfall einer Komödiantentruppe, in der Jung und Alt zusammen Klamauk machen. «Wir wollten, dass Wettingen mehr tut, als die Badenfahrt nur finanziell zu unterstützen. Wir wollten Leute ansprechen, die sonst nicht an das Fest gegangen wären», erklärt Jürg Koller die Neuorientierung. Die Idee kommt beim Publikum gut an und die Wettinger Spassvögel haben sich mittlerweile einen Namen gemacht – obwohl sie ausserhalb der Badenfahrt und des Stadtfests keine Auftritte haben. «Es ist wie im Sport: Wenn die Mannschaft einen grossen Aufwand betreibt, alles gibt und mit Pech verliert, sind die Zuschauer trotzdem zufrieden. So wird auch uns verziehen, wenn wir mal den einen oder anderen Fehler drin haben», berichtet Schmocker.

Dennoch seien die Erwartungen gestiegen, auch innerhalb der Chropfchrötte. «Wir haben neue Strukturen schaffen müssen», erzählt Schmocker und auch die Tribüne mit gut 400 Plätzen ist neu. Mit einem knapp kalkulierten Budget sowie der tatkräftigen Unterstützung der teilnehmenden Vereine und der Wettinger Gemeinde wird das Projekt in diesem Sommer umgesetzt. «Wir hoffen, über die Runden zu kommen und uns schadlos halten zu können», erklärt Schmocker.

Das Stück an der diesjährigen Badenfahrt hat sich dem Thema Schrott verschrieben. Ort der Handlung ist die fiktive Schrottbodenalp, wo Alteingesessene in Trübsal verweilen. «Die Jungen sahen keine Perspektiven und sind ausgeflogen. Doch dann kehren sie eines Tages zurück und hauchen der Alp neues Leben ein», erzählt Schmocker, ohne zu viel preisgeben zu wollen. Wer mehr über den Inhalt der Aufführung erfahren will, soll schliesslich persönlich vorbeischauen – gespielt wird an der Badenfahrt täglich, der Ticketverkauf startete am 1. April.

Über die Entstehung der Stücks verrät Schmocker ein wenig mehr: Die Wahl des Themas sei demokratisch erfolgt, die Kostüme kreiere jeder selber, auch die Arbeit in der Regie beschränke sich nicht nur auf ihn, «hier hat sich ein Team herauskristallisiert». Jeder solle dort eingesetzt werden, wo es ihm wohl sei. Ein Drehbuch gibt es nicht: «unser Ziel ist kein roter Faden, wir planen kein tiefgründiges Theater, wir wollen überraschen und unterhalten. Die Leute sollen vor lauter Lachen Bauchweh haben. Und nicht Kopfweh, weil sie studieren müssen.»

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