Tränenbrunnen

Wassermusik – Blasmusik trifft auf Elektro vom Brunnen

Das «Tränenbrünneli» unten an der Limmat in Baden stellt in sich selber ein spannungsgeladenes Gegensatzpaar dar: Leben vs. Tod. Fünf weinende Kinder stehen als Mahnmal für die entsetzlichen Gräueltaten des ersten Weltkrieges. Kinder, die fröhlich spielen sollten, drücken in ihrem ewigen Weinen den Weltschmerz über die schrecklichen Folgen des Krieges aus. Alle Tränen der Welt werden von der Erde geschluckt und erneut in Brunnen dieser Welt geweint, wie es auf dem Spruchband des Tränenbrunnens steht.

«Jed‘ Menschleins Weh‘ in Trän‘ zerronnen, die Erde schluckt‘s und weint‘s in Bronnen.»

Der Brunnen in sich steht auch für das Leben. Er vermag mit seinem Wasser den Durst zu löschen, ist aus dem menschlichen Leben nicht wegzudenken. Er verbindet Menschen als zentraler Treffpunkt und dient als Abkühlung an hitzigen Tagen. Das Wasser, aus grösster Trauer geweint, ist zeitgleich die existenzielle Grundlage allen Lebens. Es ist, je nach Betrachtung, Beides, der Gegensatz ruht in ihm.

Das Blasorchester Baden Wettingen wird mit seiner «WASSERMUSIK» diese gegensätzliche Kraft musikalisch zum Ausdruck bringen. Der Brunnen spielt eine zentrale Rolle im Werk und tritt als Gegenpart zum Orchester in Erscheinung. Seine Klänge werden elektronisch eingefangen, moduliert und es wird experimentiert – der Brunnen erhält seine eigene, musikalische Stimme!

Benedikt Hayoz komponiert das Werk für Blasorchester und integriert die ewig fliessenden Klänge des Brunnens. Die elektronischen Strukturen und Modulationen sind im Voraus konzipiert und im Werk integriert. Die Brunnengeräusche werden bei jeder Aufführung live eingefangen und vom Komponisten mit dem Blasorchester zu einem Ganzen vermischt. Diese Mischung von Bläser- und Elektromusik ist in sich ein weiteres «Versuspaar», welches das Spannungsfeld und die Aussagekraft des Werkes noch grösser macht. Man darf gespannt sein!

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